Humboldt on Kosmos: Ornament and Order
DOI:
https://doi.org/10.18443/401Schlagwörter:
Cosmos, connections between natural phenomena and their interactions with one another, awe of cosmos, architectual beauty of Humboldt's language, aestheticsAbstract
Humboldts Kosmos verteidigt die Erklärbarkeit einer einzigen, einheitlichen Welt gegen Chaos und die Vorstellung mehrerer getrennter Welten. Indem Humboldt den pythagoreischen Begriff kosmos als Ordnung und Schmuck aufgreift, denkt er diese Einheit unter modernen Bedingungen von Offenheit und partieller Zugänglichkeit neu. Entscheidend ist dabei eine Umkehrung der Prioritäten und eine Neubestimmung der Vermögen: Die Sinnlichkeit übernimmt Funktionen, die zuvor der Vernunft vorbehalten waren, indem sie das Unendliche aufnimmt und zu einer anschaulichen Darstellung der Welt formt; die Vernunft hingegen ist nicht mehr primär kontemplativ, sondern erschließt auf dieser Grundlage Gesetze, ordnet Beobachtungen und systematisiert sie. Schönheit ist daher nicht mehr Ausdruck einer vorgegebenen Ordnung, sondern die Bedingung ihrer rationalen und analytischen Erfassbarkeit und ermöglicht es, Vielfalt als Einheit zu begreifen. Kosmos formuliert so eine moderne Einweltlehre, in der ästhetische Wahrnehmung und wissenschaftliche Erklärung untrennbar verbunden sind.
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